Kolonien und Außenposten

Westbank:

  • In der Westbank sind nur 30 Prozent des Landes registriert (da die Registrierung nach der israelischen Besetzung 1967 nicht fortgeführt wurde) und Israel erklärte nicht registrierte und nicht genutzte Landteile in den 1980er Jahren zu "Staatsland" – um es in der Folge für israelische Kolonien zu nutzen. (Weltbank, Palestinian Economic Prospects: Aid, Access and Reform, Sept 2008)

 

  • Die Kolonien befinden sich auf 52 km2 (1,5 Prozent von Gebiet C), die Jurisdiktion umfasst jedoch über eine 500 km2 (5,1 Prozent der Westbank). Weitere 23 Prozent der Westbank sind auf militärischem Beschluss für Palästinenser nicht zugänglich (abgeschlossene Militärgebiete und -basen, Naturschutzgebiete). Weltbank, Palestinian Economic Prospects, Sept 2008).

 

  • Die israelische Organisation "Frieden Jetzt" zählte bis Juni 2009 in der Westbank 120 offizielle Kolonien mit 289.600 Kolonisten und 99 Außenposten mit rund 4.000 Personen. Bis Juni 2009 standen in den Außenposten insgesamt 1.600 mobile und 270 feste Wohneinheiten.

 

  • 80,25 Prozent der Kolonien und Außenposten liegen auf palästinensischem Privatbesitz.

 

  • Die israelischen Kolonialisten machen zehn Prozent der Gesamtbevölkerung der Westbank aus.

 

  • Die Anzahl der Kolonialisten in der besetzten Westbank hat sich seit 1993 und somit nach Oslo verdoppelt.

 

  • Zwischen Januar und Oktober 2009 gab es 575 Angriffe seitens der Kolonialisten (Gewalt gegen Palästinenser, Zerstörung palästinensischen Eigentums, Entwurzelung von Bäumen, Verbrennung der Ernte).

Ost-Jerusalem

  • In Ost-Jerusalem sind 12 Kolonien  mit einer Bevölkerung von 195.000 – 200.000 Menschen, die die israelische Hoheit über das gesamte Jerusalem sichern sollen. Die Kolonien bilden zwei Ringe um die Stadt – der innere Ring in Ost-Jerusalem sowie der äußere Ring ("Groß-Jerusalem"). Der äußere Ring reicht bis weit in die Westbank hinein, teil die Westbank in zwei Gebiete und isoliert diese gleichzeitig vom Ostteil der Stadt. Die Isolierung Ost-Jerusalem zerstört den Status der Stadt als das natürliche Zentrum des Handels und der Verkehrsrouten.

 

  • Das gesamte Gebiet Ost-Jerusalem  – die palästinensischen Viertel östlich der "Grünen Linie" mit Ausnahme der Kolonien – umfasst etwa 46 km2, von denen nur 24,6 km2 von den 25 genehmigten Zonenplänen abgedeckt werden (weitere sieben Pläne sind noch nicht genehmigt). Von den 24,6 km2 sind nur 37 Prozent als Wohngebiet ausgewiesen, während die Bebauung des übrigen Gebiets untersagt ist.

 

  • Rund 40 Prozent ist als "offenes Land" oder "Grünflächen" ausgewiesen und 20 Prozent für öffentliche Einrichtungen und Straßen. Tatsächlich sind diese Gebiete Landreserven für den Bau der Kolonien oder deren Erweiterung: zuvor als "Grünflächen" ausgewiesene Gebiete werden für jüdische Bebauung umgewidmet. Zusätzlich können in denen für die Bebauung ausgewiesenen Gebieten die Baumaßnahmen aufgrund fehlender Infrastruktur nicht ausgeführt werden (Meir Margalit, No Place Like Home – House Demolitions in East Jerusalem, ICAHD, 2007).